Engagement, Austausch und wichtige Einblicke: Frühjahrsvollversammlung des SJR Passau

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Am 14. April 2026 fand die Frühjahrsvollversammlung des Stadtjugendrings Passau im Pfarrsaal in Schalding r. D. statt. Insgesamt 53 Teilnehmende, darunter 37 von 45 Delegierten, nahmen an der Versammlung teil. Bereits im Vorfeld bestand die Möglichkeit, den Jugendtreff „Schalldicht“ kennenzulernen. Pastoralreferentin Magdalena Dobler begrüßte im Namen der Expositur Schalding r. D. vor Ort.

Die Versammlung wurde vom SJR-Vorsitzenden Tobias Waldherr geleitet. In den Grußworten wurde die Bedeutung der Jugendarbeit in Passau besonders hervorgehoben. Alexander Stoschek vom Vorstand des Bezirksjugendrings Niederbayern betonte die große Bandbreite der Angebote, das hohe Engagement und die intensive Arbeit an aktuellen Themen wie Schutzkonzepten. Er würdigte das tolle Team, das viel Zeit investiere, und zeigte sich beeindruckt von den Entwicklungen und Aktivitäten im vergangenen Jahr.

Grüße und viel Lob
Bürgermeister Andreas Rother überbrachte die Grüße der Stadt Passau. Er sprach von einer großen Freude, die Arbeit des Stadtjugendrings begleiten zu dürfen, und bezeichnete diese als sensationell. Das ehrenamtliche Engagement sei nicht hoch genug anzurechnen, da hier wichtige Werte vermittelt und junge Menschen begleitet würden. Besonders hob er hervor, dass Jugendarbeit „aus Gesellschaft Gemeinschaft macht“. Zugleich hob er hervor, dass er regelmäßig an Veranstaltungen des Stadtjugendrings teilnimmt und diese Begegnungen für ihn immer eine große Freude sind. Mit Blick in die Zukunft stellte er in Aussicht, dass – wie versprochen – 2027 wieder ein Domplatz-Open-Air stattfinden soll, und wünschte viele weitere gelungene Veranstaltungen im Jahr 2026.

Unter den Gästen befanden sich zudem Jugendreferent Ansgar Grochtmann, die Jugendamtsleitung Anita Bauer sowie die Stadträte Siegfried Kapfer und Stefanie Auer und die zukünftige Stadträtin Nika Koliz.

Ein neuer Jugendverband
bereichert künftig wieder den Stadtjugendring: der Pfadfinderbund Weltenbummler mit der Gruppe „Passauer Wildschweine e. V.“. Pia Teichmann gab einen Einblick in die Arbeit vor Ort. Im Mittelpunkt stehen gemeinschaftliche Erlebnisse, Naturerfahrungen und spielerisches Lernen. Die Kinder und Jugendlichen treffen sich regelmäßig im Haus der Generationen in Passau und wachsen dort Schritt für Schritt in die Pfadfinderarbeit hinein.

Der Jahresbericht 2025
wurde von den SJR-Vorstandsmitgliedern Carolin Stockbauer und Sebastian Wigge vorgestellt. Deutlich wurde die große Bandbreite der Angebote: Projekte zur Leseförderung, demokratiebildende Maßnahmen wie die U18-Wahl, Ferienprogramme in fast allen Ferien, Spielmobil-Einsätze, Filmworkshops, Kanutour sowie Gedenkveranstaltungen. Auch größere Veranstaltungen wie das Kinderfest und „U Move“ konnten erneut in guter Zusammenarbeit mit der Stadt Passau umgesetzt werden.

Die Jahresrechnung 2025
stellte SJR-Geschäftsführerin Karin Meyer vor. Der Haushalt umfasste fast 500.000 Euro, inklusive des Kindergartens Waldwichtel. Neben den laufenden Ausgaben wurde auch deutlich, dass im vergangenen Jahr unerwartete Anschaffungen notwendig waren: Sowohl eine Spülmaschine als auch ein Kicker gingen kaputt – beides wichtige Bestandteile insbesondere für das Ferienprogramm. Dank der Unterstützung durch Spenden, unter anderem von der ZF Friedrichshafen AG und der Stiftung der Passauer Neue Presse, konnten diese jedoch schnell ersetzt werden.

Ein besonderer, sehr herzlicher Dank galt Sandra Hörtreiter, die den Stadtjugendring nach sechs Jahren aus privaten Gründen verlässt. Sie hat in verschiedenen Bereichen mitgewirkt und unter anderem das Ferienprogramm über viele Jahre hinweg mit viel Engagement, Herzblut und Ideenreichtum geprägt und weiterentwickelt. Die offizielle Verabschiedung findet im Rahmen des Sommerfests am 11. Juli statt.

Ein inhaltlicher Schwerpunkt
der Versammlung lag auf dem Thema politische Bildung. Stadtjugendpfleger Edmund Kriegl leitete diesen Teil mit einem Zitat ein:
„In einer Zeit, in der demokratische Werte und Institutionen weltweit zunehmend unter Druck geraten, ist es von entscheidender Bedeutung, junge Menschen frühzeitig auf die Herausforderungen einer komplexen politischen Landschaft vorzubereiten (Rupert Grübl – Direktor der Bayerischen Landeszentrale für politische Bildungsarbeit) … und sie mit demokratischen bzw. demokratieerklärenden und -erlebbaren Handlungsoptionen vertraut zu machen.“

Anschließend stellte er zwei Projekte vor, die genau hier ansetzen und die er bereits gemeinsam mit Sandra Straube vom Kreisjugendring Passau an Schulen umgesetzt hat. Beim interaktiven Spiel „Deine Stimme“ (Bayerischen Landeszentrale für politische Bildungsarbeit) durchlaufen die Teilnehmenden eine fiktive Wahl, werden direkt angesprochen und treffen Entscheidungen, die den weiteren Verlauf beeinflussen. Themen wie Populismus, Fake News und Selbstwirksamkeit werden dabei unmittelbar erlebbar und regen zur Auseinandersetzung an.

Ein weiteres Projekt ist „Quararo“, ein Demokratielernspiel, bei dem unterschiedliche Entscheidungsformen praktisch erprobt werden. In mehreren Phasen stehen Herausforderungen im Mittelpunkt, die nur gemeinsam gelöst werden können. Abstimmung, Kommunikation und das Finden von Kompromissen rücken dabei in den Fokus. Edmund Kriegl hat dieses Spiel gemeinsam mit Karin Meyer bereits mit Passauer Schulen durchgeführt und damit sehr gute Erfahrungen gemacht. Ziel ist es, Demokratie nicht nur zu erklären, sondern aktiv erlebbar zu machen und junge Menschen in ihrer Selbstwirksamkeit zu stärken. Für weitere Informationen oder bei Interesse können sich Schulen, Einrichtungen oder Gruppen gerne an den Stadtjugendring oder direkt an Stadtjugendpfleger Edmund Kriegl wenden.

Im Anschluss an die Tagesordnung
nutzten die Teilnehmenden die Gelegenheit zum Austausch und zur Vernetzung. In Gesprächen wurden Erfahrungen geteilt, Kontakte gepflegt und neue Ideen entwickelt. Dieser persönliche Austausch trägt wesentlich dazu bei, die Jugendarbeit in Passau weiterzuentwickeln und die Zusammenarbeit zu stärken.
Text & Fotos: SJR Passau